Unser Highlight des Jahres…..VIA Rhôna


Samstag, den 24.09.2016 – Freitag, den 07.10.2016

Von wo kommt die Rhône und wo fließt sie hin? Diese Frage stand am Anfang!

 

Die Rhône

Der wasserreichste Fluss Frankreichs, die Rhône, entspringt dem Rhonegletscher in der Schweiz und gab dem französischen Départements Rhône seinen Namen. In Martigny (Schweiz) vollführt sie einen markanten 90° Bogen, der als Rhône Knie bezeichnet wird. Die Rhône fließt bei der Ortschaft Bouveret in den Genfer See oder Lac Leman wie er in der franz. Schweiz genannt wird. Bei Genf verlässt der Fluss den See und macht seinen Weg durch Frankreich bis er nach 810km im Golfe du Lion ins Mittelmeer mündet.

Da wir Herausforderungen lieben, war das genau das richtige für uns. In Gesprächen unter Mitradlern erfuhren wir, dass es in der Nähe von Genf eine Cousine gibt, bei der wir unsere Autos parken können. Also die Fahrräder oder Velós, wie man in der Schweiz und Frankreich sagt, huckepack aufs Auto und ab ging es von Dortmund zur Rhône. Nach einer durchfahrenden Nacht erreichten wir unseren Startpunkt Mons in Frankreich. Autos ausladen, Fahrräder beladen und dann hieß es „Mittelmeer wir kommen“. Nicht wirklich ausgeschlafen fuhren wir noch 40 km entlang einer beeindruckenden Bergkulisse, die uns noch bis Lyon begleiten sollte, zum ersten Hotel. Ein Kloster in der Stadt Belley im Depart Ain, sehr einfach nicht teuer und ein leckeres Frühstück wurde uns beschert.

1te Tach

Da wir Herausforderungen lieben, war das genau das richtige für uns. In Gesprächen unter Mitradlern erfuhren wir, dass es in der Nähe von Genf eine Cousine gibt, bei der wir unsere Autos parken können. Also die Fahrräder oder Velós, wie man in der Schweiz und Frankreich sagt, huckepack aufs Auto und ab ging es von Dortmund zur Rhône. Nach einer durchfahrenden Nacht erreichten wir unseren Startpunkt Mons in Frankreich. Autos ausladen, Fahrräder beladen und dann hieß es „Mittelmeer wir kommen“. Nicht wirklich ausgeschlafen fuhren wir noch 40 km entlang einer beeindruckenden Bergkulisse, die uns noch bis Lyon begleiten sollte, zum ersten Hotel. Ein Kloster in der Stadt Belley im Depart Ain, sehr einfach nicht teuer und ein leckeres Frühstück wurde uns beschert.


2te Tach

Nach dem Frühstück ging es gut gestärkt wieder aufs Rad, das nächste Ziel hieß in 80 km Villebois bei Sault Bernaz. Auf diesem Etappenabschnitt fuhren wir vorbei an schroffen Felswänden auf der einen und Weinhängen auf der anderen Seite entlang der Rhône bis Port de Groslée. Nachdem wir hier den Fluss überquerten, führte uns der Weg nach Morestel. Dort legten wir eine kurze Rast ein. Ab hier ging es durch ein Naturschutzgebiet, wo uns am Wegesrand eine idyllische Taverne spontan zu einer sofortigen Einkehr verleitete. Am späten Nachmittag erreichten wir unser Hotel, auch sehr einfach aber sauber. Abends folgten wir der Empfehlung des Hoteliers und haben super lecker gegessen. So kann das nächste Ziel Lyon kommen.

3te Tach

In Lyon wollten wir 2 Nächte bleiben, damit die Kultur nicht zu kurz kommt. Als wir die ersten Kilometer an diesem Morgen hinter uns gebracht hatten, wurden wir auf eine Alternativ-Route geführt. Nach anfänglich flacher Strecke wurde sie bergiger und somit mit den vollgeladenen Rädern auch anstrengender. Jetzt verloren wir auch noch die Wegweiser, sie fehlten einfach, oder haben wir einen Abzweig übersehen? Gut, dass wir unser Fahrradnavi dabei hatten, auf dem die Tour gespeichert war. So kamen wir wieder auf unsere Route zurück und erreichten ein riesiges Park- und Seengelände, den Grand Parc de Miribel Jonage, kurz vor Lyon. Neben den zahlreichen Freizeit- und Open-Air-Aktivitäten für Sportler und Familien finden im großen Park jedes Jahr zahlreiche Kultur- und Künstlerveranstaltungen statt. Seine 2.200 ha bieten viel Platz für Spiele, Spaziergänge, Mountainbiketouren und der See, der sein Wasser aus dem Grundwasser bezieht, gibt  die Möglichkeit zu baden, zu angeln und auch zu rudern. Jetzt nur noch durch den Park und ab zum Hotel.

4te Tach

Heute mal nicht aufs Rad, das Sightseeing in Lyon wurde mit der U-Bahn und auf Schusters Rappen erledigt. Nachdem wir ein original franz. Frühstück (draußen sitzend an einer belebten Kreuzung) als erledigt abgehakt hatten, ging es los. Unser erstes Ziel war die Basilika Notre-Dame de Fourvière, die weit sichtbar auf einen Berg thront, auch ein Teil der Rhône wurde entlang spaziert, bis wir durch enge Gassen (schon mal schauen, wo wir abends gut essen können) auf den Place Bellecour eintrafen. Er zählt zu den größten Plätzen Frankreichs und ist reserviert für Fußgänger. In der Mitte des Platzes steht das große Reiterstandbild von Louis XIV auf einem großen Sockel. Abends dann noch Essen fassen und ab in die Koje.

 

5te Tach

Der nächste Tourtag sollte spannend werden. Nachdem uns die nette Dame im Tourismusbüro geraten hatte, die ersten 25 km mit der Bahn nach Givors zu fahren, stellten wir uns die Frage: Bahn oder Rad? Natürlich Rad, dafür sind wir ja hier! Außerdem kommen wir aus dem Ruhrpott, so schnell lassen wir uns nicht einschüchtern. Also rauf aufs Veló und in die Pedale getreten. Ok, wir strampelten immer schön an der Hauptstraße entlang, mal hoch, mal runter, aber so schlimm wie befürchtet war es dann doch nicht (Dank Navi). In Givors ging es wieder an die Rhône und wir folgten der Beschilderung des Radweges. Immer wieder säumten Weinhänge und erhaltene oder zerfallene Burgen unseren Weg. Dem Fluss folgend, hier und da wechselten wir die Seite, erreichten wir unser Etappenziel, die Domaine La Bonne Etoile in Beausemblant (ist natürlich jedem bekannt).

 

6te Tach

Der Hahn krähte (Der Gallische?) am nächsten Morgen und nach einem guten Frühstück hieß es wieder Abschied nehmen und rauf auf die Drahtesel. Weiter folgten wir dem alten Fluss zu unserer nächsten Unterkunft nach Charmes Sur Rhône. Am Anfang rollte es wie an den ersten Tagen. Dann kam das böse Erwachen, nach einer langen Flusskurve und einem Richtungswechsel passierte es: Uns erwischte der Mistral satt von vorn! Ab nun nur noch gegen die Windböen ankämpfen! Die 60 km, die heute auf dem Tacho standen, mussten schwer erfahren werden. Der Lohn wartete auf uns am Etappenziel. Eine schöne Unterkunft und hier durften wir die Haute Cusine des Sternekochs Oliver Samin kennenlernen und waren begeistert. Das hatten wir, nach diesem harten Tag, uns richtig verdient.

7te Tach

Nächster Morgen, der Wind ließ nach und wir fuhren frohen Mutes auf unseren nächsten Teilabschnitt. Mann oder Frau soll den Tag nicht vor dem Abend loben! Nach einigen Kilometern wurden wir auf eine Ausweichstrecke beordert. Es fing alles so harmlos an. Wir fuhren auf einer alten, sehr gut ausgebauten Bahnstrecke stetig nach oben (Puuuh). Aber am Ende der Trasse kam es dann knüppeldick! Weiter ging es so richtig bergauf und bergab! Die Alpen lassen grüßen! Nach einer dann doch schönen Abfahrt, erreichten wir Vivers und die Rhône. Nun folgten wir der Beschilderung des Radweges und fuhren in das Städtchen Bourg St. Anderol und zu unserem Hotel. Hier war in diesem Jahr die Tour de France durchgefahren, das war überall noch gut zu erkennen. Anzumerken ist, dass wir bis dato schönstes Wetter hatten, bis dato!

8te Tach

Nach dieser Nacht mussten wir doch tatsächlich unsere Regensachen auspacken. Es waren aber nur ein paar Schauer und klarte nach einigen Kilometern wieder auf. Das heute Ziel Avignon war dann allerdings nicht so einfach zu erreichen. Oder man kann auch sagen, dass es ohne Navi sehr schwer gewesen wäre, überhaupt einen Weg nach Avignon zu finden. Nach unseren jetzigen Erfahrungen können wir euch nur raten, benutzt die Straße, wenn ihr dort seid. Der Radweg war grausam (es ging durch ein Naturschutzgebiet) - solche Beschreibungen hatten wir schon im Internet gelesen und waren dann heilfroh, dass es auf dem Rest der Tour viel besser voran ging. Als wir in Avignon angekommen waren, zahlte es sich aus, dass wir trotz des Regens am Morgen zeitig losgefahren sind, denn es begann am Abend heftig zu gewittern.

9te Tach

Der nächste Tag begann mit Sightseeing in Avignon, wer weiß wann wir mal wieder hier hinkommen.
Schnell einige Sehenswürdigkeiten abgeklappert und auf nach Arles in dem Département Bouches-du-Rhône. Nach einigen Kilometern auf dem Radweg, war es vorbei mit der Herrlichkeit! Ab jetzt ging es nur noch an der Straße entlang (neu geteert war sie), den Rhône Radweg gab es hier nicht mehr! Da wir am Sonntag unterwegs waren, hielt sich der Verkehr in Grenzen. Schnell erreichten wir unser Hotel. Arles ist zwar viel kleiner als Avignon aber nicht weniger schön. Es gibt ein Kolosseum, und warum van Goch hier gerne gemalt hat, erschloss sich uns ziemlich rasch.

10te Tach

Am nächsten Morgen hieß es Endspurt, ein letztes Mal Räder packen und rauf auf den Sattel. Es war unser letzter Radeltag entlang der Rhône. Von Arles aus ging es auf der Votre verde (Grünes Band) durch die Carmaque. Der Weg war gut ausgebaut und beschildert. Mit dem Wind diesmal im Rücken flogen wie nur so durch die Carmaque und erreichten unser Tourziel in Port Saint Louis du Rhône in Rekordzeit. Unterwegs sahen wir noch die typischen Stiere und Pferde für diese Region und fuhren durch einige Bambusfelder. Wo waren die Flamingos überhaupt? Egal, nach 9 Fahrradtagen und 630 Kilometern hatten wir Fünf unser Ziel erreicht, das Rhône-Delta im Golfe du Lion.

Jetzt waren es nur noch ein paar Meter zum Hotel in Fos sur Mer. Diese waren aber leider sehr chaotisch und nervenaufreibend, da es nur an einer Hauptstraße mit viel Verkehr entlang ging. Dass uns nun der Wind voll seitlich traf, da wir parallel zum Mittelmeer fuhren, konnten wir noch verkraften. Die LKWs gaben uns den Rest. Abseits der Straße war aber nicht an Fahrrad fahren zu denken. Zu viel Geröll!
Egal, 3 Tage Seele baumeln. Im Mittelmeer baden war der Lohn des Weges und er hat sich allemal gelohnt.

Zurück zum Auto ging es mit der Bahn. Die französische SNCF hat eine deutsche Internet-Seite, auf der man alles buchen kann. Fahrräder mitnehmen ist kein Problem und kostenlos (selbst Tandem werden mitgenommen).