Datum:

Start / Ziel:

 StreckenINFO:

Teilnehmer:

Montag, den 21.09. bis Montag, den 28.09.2020

Oldenburg / Bremen

423 km ● 887 hm  Einwegstrecke ● Tourenrad

2 Radler


Die 423 km lange Tour führte uns durch die verschiedenen Regionen von Ostfriesland. Wir folgten dem Holland-Berlin-Radweg, fuhren ein Teil der Fehnroute und gelangten über die Bahntrasse „Jahn Klein“, an den „Blanken Hans“, wie die Nordsee auch genannt wird. Fuhren um den Jadebusen nach Nordenham und kamen entlang der Weser zu unserem Ziel nach Bremen. Aber der Reihe nach!


Die Fehnkultur

Der Name „Fehn“ ist von dem niederländischen „Veen“ abgeleitet worden. Er bedeutet dort „Moor“. Orte mit der Endung „fehn“ deuten auf eine genaue festgelegte Kultivierungsmethode hin, nach der die Hochmoore seit dem 17. Jahrhundert zur Brenntorfgewinnung erschlossen und anschließend urbar gemacht wurden.

Bei der Fehnkultur wurden zunächst Entwässerungsgräben in das Hochmoor gegraben und das Wasser in einen vorhandenen Fluss geleitet. Den ersten Kanal nannte man Hauptkanal, es waren schiffbare Kanäle – häufig wurden auch noch Seitenkanäle (Wieken) angelegt. Dadurch konnten die Moorflächen entwässert werden. Die Siedler haben den tiefergelegenen stark zersetzten Torf, den sog. Schwarztorf gestochen (ausgegraben) zum Trocknen aufgestellt und den getrockneten Brenntorf mit Segelschiffen (Muttschiff, Tjalk, Pogge) abtransportiert und als Brennmaterial verkauft. Auf dem Rückweg wurde dann bei Niedrigwasser (Ebbe) aus den Flußläufen Schlick mitgebracht. Dieser wurde mit dem unter dem abgebunkten schwach zersetzten Torf (Weißdorf), der über dem Schwarztorf liegt vermischt und landwirtschaftlich genutzt.

Beidseitig der Kanäle und Wieken entstanden nach und nach typische „Fehnsiedlungshäuser“, wie an einer Perlenkette aufgezogen. In vielen Gemeinden – entlang der Route ist der ursprüngliche Charakter der Fehnkolonien noch erhalten. Geblieben aus dieser Zeit sind viele Zeugen wie Fehnkanäle, funktionsfähige Schleusen, Klappbrücken und Windmühlen, romanische und gotische Backsteinkirchen. In mehreren Museen erleben Sie, wie die Moorkultivierung und Besiedlung vor mehr als 200 Jahren begann. Gezeigt wird dort die Entstehung und Fortentwicklung der Fehnkolonien. Auch heute noch erkennt man eine enge Verbundenheit dieser Region zur christlichen Seefahrt.

Homepage: deutsche-fehnroute.de


Montag, der 21.09.2020 • 24 km • 82 hm

Weisheit des Tages:

"Moin" bedeutet "Guten Morgen", "Guten Tag", "N'abend, auch hier?" und "Wie geht's?"

 

Nachdem wir mit dem Zug Oldenburg erreicht hatten (wir starteten in Dortmund), wurden die Sehenswürdigkeiten erfahren. Die Stadt Oldenburg ist für den Radler ein lohnendes Ziel. Kulturelle Ziele erster Wahl sind das Oldenburger Schloss, das Museum für Natur und Mensch, die Gemäldegalerien in Prinzenpalais und Augusteum sowie das Horst Janssen Museum. Ehe wir uns aufs heutige Etappenziel nach Bad Zwischenahn machten, wurde sich mit Kaffee und Kuchen gestärkt. Als wir die Stadtgrenze von Oldenburg verließen, führte uns die Route auf den Holland-Heide-Radweg direkt ins Ammerland. Von hier wurde der Bahndamm, der zwischen den beiden Orten lag, unser treuer Begleiter. Ein paar Mal wechselten wir die Seite entlang des Damms, was für unterschiedliche Streckeneindrücke sorgte: mal durch herabhängende Blättertunnel säumender Bäume, mal entlang idyllischer Weidenfenster, dann wieder passiert man den romantisch umwandeten Woldsee und immer wieder taucht eine Bank für kurze Stopps auf. So gelangten wir, auf meist gerade verlaufender Strecke bis nach Bad Zwischenahn, zu unserem heutigen Etappenziel.

Sehenswürdigkeiten:

Bad Zwischenahn - Freilichtmuseum

Die Hofanlage in Bad Zwischenahn besteht aus alten, reetgedeckten Häusern

Leben wie vor 300 Jahren… Kaum vorzustellen? Das Freileichtmuseum in unserem Kurpark gibt Aufschluss darüber. Das Freilichtmuseum wurde 1909 und 1910 aus zwei ehemaligen Fachwerkhäusern erbaut. Der Verein für Heimatpflege möchte so den Menschen zeigen, wie man vor 300 Jahren gelebt hatte. Die 17 Häuser und Nebengebäude integrieren sich perfekt in den Kurpark, Herzstück ist das Bauernhaus mit offener Feuerstelle.

Hinter jedem Gebäude stecken eine Geschichte und vor allem ein wichtiger Nutzen für die Menschen vor 300 Jahren. Auch heutzutage werden die Räumlichkeiten noch genutzt. Im Restaurant Spieker wird noch ganz traditionelle, regionale und ammerländische Kost serviert.

Im alten Bauernhaus wird noch wie in alten Zeiten Schinken geräuchert, für Besichtigungen wird die Feuerstelle aber gelöscht.

Auch die Mühle besitzt noch ihren funktionsfähigen Mahlgang und zu dem deutschen Mühlentag am Pfingstmontag werden hier sogar traditionell Brot und Stuten gebacken.

 

Das Zwischenahner Meer – Perle des Ammerlandes

Als "Perle des Ammerlandes" wird das Zwischenahner Meer auch bezeichnet - und das sicherlich zu Recht. Eingebettet in eine wunderschöne Naturlandschaft ist der drittgrößte Binnensee Niedersachsens beliebtes Ziel von Gästen von Nah und Fern. 550 Hektar Seefläche sind zudem Eldorado der Wassersportler. Der See hat übrigens eine Tiefe von bis zu 5,50 Metern; darunter befindet sich aber in der Regel eine meterdicke Faulschlammschicht.

Unser Meer ist IMMER da!

Die Bezeichnung als "Meer" begründet sich in norddeutschen Sprachgegebenheiten - so heißt es ja auch "Nordsee" obwohl es im "normalen" deutschen Sprachgebrauch wohl eher als "Meer" bezeichnet werden müsste!

 

 


1. Unterkunft: Pension Marion (Bad Zwischenahn)

Die Pension-Marion bietet Ihnen eine ruhige Unterkunft in Bad Zwischenahn, 900 m vom Zwischenahner Meer entfernt. WLAN nutzen Sie kostenfrei. Sie genießen eine Terrasse und einen Grill. Die Privatparkplätze an der Unterkunft stehen kostenfrei zu Ihrer Verfügung.

Ihrem weiteren Komfort dient ein Flachbild-TV. In einigen Unterkünften lädt ein Sitzbereich zum Entspannen ein. Eine Kaffeemaschine und ein Wasserkocher ergänzen die Ausstattung. Die Zimmer sind mit einem eigenen Bad ausgestattet.

Ein reichhaltiges Frühstücksbuffet mit heimischem Schwarzbrot wird in der Pension-Marion angeboten. Es gibt eine Gemeinschaftslounge in der Unterkunft und zur Ausstattung der Küche gehören ein Geschirrspüler, ein Kochfeld, ein Backofen, ein Kühlschrank und eine Mikrowelle.

Sie können kostenfrei Fahrräder mieten und es steht Ihnen ein abschließbarer Fahrradraum zur Verfügung. Die Pension-Marion befindet sich 39 km von Wilhelmshaven und 44 km von Papenburg entfernt. Zum internationalen Flughafen Bremen gelangen Sie von der Unterkunft aus nach 53 km. [ Hier geht´s zur Homepage ]


Dienstag, der 22.09.2020 • 64 km • 156 hm

Weisheit des Tages:

Der norddeutsche Gruß lautet "Moin", denn "Moin Moin" ist schon Gesabbel.

 

Von Startpunkt aus, noch immer im Ammerland-Gebiet unterwegs, erreichten wir den alten Seefahrerort Barßel in Landkreis Cloppenburg. Wasser ist das prägende Element der weiten Niederungslandschaft an der Soeste. Die unmittelbare Nähe der schiffbaren Flüsse und Kanäle hat deshalb jahrhundertelang die Entwicklung der Gemeinde Barßel entscheidend mitgeprägt. Noch heute ist hier weit im Binnenland die maritime Vergangenheit überall gegenwärtig, hier bogen wir auf die Fehnroute ein. Auf der Fehnroute radeln wir durch die Moorlandschaft des Saterlandes. Hier lebt die kleinste anerkannte Sprachminderheit Deutschlands, die Saterfriesen. Als nächstes lag das Moor- und Fehnmuseum in Elisabethfehn, gefolgt vom Fehn- und Schiffahrtsmuseum in Rhauderfehn auf unserem Weg. Weiter ging es durch die historische Landschaft Overledingerland (bestehend aus: Osthauderfehn, Rhauderfehn und Westoverledingen) nach Papenburg. Wenn von großen und supermodernen Kreuzfahrtschiffen die Rede ist, fällt unweigerlich auch der Name Papenburg, Als der Meyer Werft Standort hat die Stadt an der Ems weltweit einen herausragenden Namen. Dass Papenburg die älteste und auch größte Fehnkolonie Deutschlands ist, gerät dabei oft in Vergessenheit. Ein 40 Kilometer langes Netz von Kanälen gibt Papenburg ein eigenes, unverwechselbares Flair, und wo immer man in der Stadt von einen zur anderen Straße gelangen will, muss man eine der zahllosen Brücken überqueren. Kurz vor Papenburg erreichten wir das Freilichtmuseum „Von-Velen-Anlage und Papenbörger Hus“. Jetzt noch einige Kilometer nach Papenburg hinein und wir waren bei unseren 2te Übernachtung.

Sehenswürdigkeiten:

Von-Velen-Anlage Papenburg mit Freilichtmuseum, Papenbörger Hus und Skulpturengarten

Ein Stück Papenburg

Die von-Velen-Anlage ist benannt nach dem Gründer der Stadt Papenburg, Dietrich von Velen. Die hier aufgebauten und mit altem Mobiliar ausgestatteten Papenburger Häuser zeigen anschaulich die Lebensbedingungen der Einwohner des Ortes in früherer Zeit. Unter dem Motto „Vom Torfstecher zum Hochseekapitän“ werden die Besucher der von-Velen-Anlage von erfahrenen Männern und Frauen des Museumsteams durch das Fehn-Freilichtmuseum geführt. Während einer Reise durch die Vergangenheit wird die Geschichte der Stadt Papenburg und ihrer Menschen hautnah miterlebt. So wird von der Entstehung des Moores, vom Torfabbau und der Verschiffung des Torfes, vom Leben der frühen Siedler in den primitiven Moorkaten, aber auch von der Hochseeschifffahrt und dem Schiffbau auf den ehemals zahlreichen Werften Papenburgs erzählt. Am Ende der Zeitreise durch die Kinderstube der Stadt Papenburg werden die Besucher eingeladen zu einer romantischen Bootsfahrt mit der MS Michaela oder MS Leidi. Unter Brücken und Bäumen hinweg gleiten die kleinen, von einem Elektromotor angetriebenen Boote auf dem von-Velen-Kanal lautlos hin zu einem idyllischen See.

 

Festung Bourtange (NL)

Herzlich Willkommen im Jahr 1742!

An der deutsch-niederländischen Grenze im wunderschönen Westerwolde liegt die Festung Bourtange. Sie ist ein unvergleichbares historisches Verteidigungsbauwerk und in jeder Hinsicht einmalig: Hinter sternköpfigen, trutzigen Wällen verbirgt sich ein romantisches Dorf mit einem von uralten Linden geprägten Marktplatz. Gegenwart und Vergangenheit gehen in diesem lohnenden Ausflugsziel Hand in Hand. Erleben Sie die gemütliche Festungsstadt Bourtange und fühlen Sie sich versetzt in die Mitte des 18. Jahrhunderts!

 


2. Unterkunft: Apartment Hotel Rüther (Papenburg)

Gegenüber vom Hauptbahnhof Papenburg bietet das Apartment Hotel Rüther kostenfreies WLAN und die Nutzung der eigenen Sauna sowie des Innenpools. Die Alten Werften erreichen Sie nach nur 70 m.

Die Zimmer im Apartment Hotel Rüther sind hell und mit einem Flachbild-TV, Kaffee-/Teezubehör und einem Kühlschrank ausgestattet. Im eigenen Bad liegen ein Haartrockner und kostenfreie Pflegeprodukte für Sie bereit.

Ein tägliches Frühstücksbuffet erhalten Sie gegen eine Gebühr. Nutzen Sie die Grillmöglichkeiten und fragen Sie nach einem Lunchpaket (gegen Aufpreis). Darüber hinaus laden der Garten oder die Terrasse zum Verweilen bei einem Drink von der Hotelbar ein.

Nach 650 m erreichen Sie vom Hotel aus eine Touristeninformation. Vom Stadtpark trennen Sie 850 m.

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Mittwoch, der 23.09.2020 • 62 km • 144 hm

Weisheit des Tages:

Sturm ist erst, wenn die Schafe keine Locken mehr haben!

 

Mit dem heutigen Motto „Nich' lang schnacken, Kopp in Nacken“ ging es entlang der Ems aus Papenburg hinaus. Nach einigen Kilometern erreichten wir das unvergleichliche Mühlen-Ensemble in Mitling-Mark. Weiter auf der Tour folgten wir dem Wasser bis nach Esklum, mit seinem Sieltor, ehe uns der hohen, roten Rathausturm, den man bereits von weitem sieht, in die wunderschöne Altstadt von Leer wies. 1894 wurde das repräsentative Gebäude nach Entwürfen von Prof. Henrici aus Aachen im deutsch-niederländischen Neo-Renaissancestil erbaut. Von innen beeindrucken Deckengemälde, Holzvertäfelungen und Fußbodenmosaike. Weiter führte uns die Fehnroute am Schoss Evenburg vorbei aus Leer heraus. Nun befanden wir uns im Moormerland wo wir wieder auf die Fehnkultur trafen. Weiter führte uns der Weg zum Gut Stikelkamp, das einst Vorwerk des ehemaligen Johanniterklosters Hasselt in Hesel war. Danach radelten wir durch das Moormerland, passierten den Sautelerner Kanal, ehe wir unsere Unterkunft in Timmel erreichten.

Sehenswürdigkeiten:

Mühlenensemble Mitling Mark

Von Korn zum Brot

Im Warftenort Mitling-Mark, unmittelbar an der Ems gelegen, erhebt sich eine mächtige, im 16.Jahrhundert erbaute Bockwindmühle. Das Innenleben der Mühle ist original erhalten, und dient heute auch als Kulisse für Heiratswillige, die sich hier standesamtlich trauen lassen können. Nach dem Motto „vom Korn zum Brot” werden Sie im Backhaus in die Geheimnisse der Brotbackkunst eingeweiht. Im Müllerhaus nebenan ist ein Museum untergebracht. Die Sammlung „Omas Küche” mit über 800 Küchengegenständen erinnert an die Küche von anno dazumal.

Gebaut im Jahre 1843 steht die Windmühle aktuell im Eigentum der Gemeinde Westoverledingen und kann auch von innen besichtigt werden. In Betrieb ist die Windmühle nicht mehr.

Es handelt sich um einen einstöckigen Galerieholländer mit Steert und Jalousieflügeln, 2 Mahlgängen, 2 Peldegängen, 1 Quetschwalze, 1 Doppel- und 1 Einfachsichter, Reinigungsmaschine und Elevatoren.     

 

Die Friesenbrücke

Die Friesenbrücke in Weener war eine der größten deutschen Eisenbahnklappbrücken. Mit einer Länge von 335 m führte sie über die Ems und verband das Rheiderland mit dem Overledingerland.

Als in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zwischen Ihrhove bei Leer und Nieuweschans (Neuschanz) in den Niederlanden eine Bahnlinie gebaut wurde, entstand zunächst eine Drehbrücke. Als diese reparaturbedürftig war, wurde sie gegen eine Rollklappbrücke ausgetauscht, mit deren Bau 1924 begonnen wurde. Die stählernen Überbauten wurden von der Sterkrader Gutehoffnungshütte errichtet, dabei war der Gesamteindruck des Werkes den Brückenbauern immens wichtig. Zu den Vorgaben gehörte beispielsweise die Übereinstimmung der Brücke mit der Erscheinungsform der ostfriesischen Landschaft und ihren ruhigen, geraden Linien. Die Brückenbauanstalt Gustavsburg bei Mainz plante für die noch freie Lücke direkt über der tiefsten Stelle der Ems eine Rollklappenbrücke. Zwei wichtige Gründe sprachen für die Verwendung einer Klapp- anstelle einer Drehbrücke: Zum einen war sie schon von weitem zu erkennen, zum anderen konnte neben Ihr problemlos ein zweites Gleis verlegt werden.

 


3. Unterkunft: Hotel Restaurant Kastanjehoff (Timmel)

Das Hotel Restaurant Kastanjehoff erwartet Sie in Timmel mit kostenfreiem WLAN in allen Bereichen. Diese Unterkunft bietet einen Bankautomaten und eine Terrasse.

Freuen Sie sich auf ein Restaurant mit deutscher Küche und kostenfreie Privatparkplätze.

Alle Zimmer sind mit einem Flachbild-Sat-TV, einer Kaffeemaschine, einer Dusche, einem Haartrockner und einem Schreibtisch ausgestattet. Die Zimmer des Hotels sind mit einem Kleiderschrank und einem eigenen Bad ausgestattet.

Das Hotel Restaurant Kastanjehoff serviert ein kontinentales Frühstück oder ein Frühstücksbuffet.

Norddeich liegt 47 km von der Unterkunft entfernt und Emden erreichen Sie nach 28 km.

 

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Donnerstag, der 24.09.2020 • 66 km • 129 hm

Weisheit des Tages:

Regen ist erst, wenn die Heringe auf Augenhöhe vorbeischwimmen.

 

Ein letzter Blick auf das Timmeler Meer und weiter „geiht dat“ auf unserer Tour. Heute folgten wir noch einige Kilometer der Fehnroute, ehe wir sieh bei Ostgroßefehn verließen und ab ging´s auf der Kleinbahn „Jahn Klein“ (Jan Klein ist der jeweils individuell benutzte ostfriesische Spitzname für die ehemaligen Kleinbahnen der Region) in Richtung Aurich weiter. Aurich (die heimliche Hauptstadt Ostfrieslandes) „Hier is de Plattdüütske Spraak Tohuus“ hat sich seit ihrer ersten Erwähnung im 13. Jahrhundert zu einer der meistbesuchten Städte Ostfrieslands entwickelt. Mit der Ostfriesischen Landschaft, ehemals der politische Verbund der ostfriesischen Stände und heute Ostfrieslands Kulturparlament, hat Aurich einen Teil seiner Geschichte bewahrt. Weiter auf „Jahn Klein“ fahren wir Schnurstracks in Richtung Küste. Zwischen Sandhorst und Plaggenburg überquerten wir den «Ostfriesland-Äquator». Ein hölzerner Torbogen und eine in das Pflaster eingelassene Leiste aus Metall, ähnlich wie die am Nullmeridian im Londoner Stadtteil Greenwich, weisen darauf hin. Eine Tafel, die am Torbogen angebracht ist, erklärt, dass sich Ostfriesland zwischen dem 53. und dem 54. Grad nördlicher Breite erstreckt, mithin der Äquator, der Ostfriesland in eine nördliche und eine südliche Hälfte teilt, bei 53° 30′ zu finden ist. Als nächstes erreichten wir Esens. Der mittelalterliche Handels- und Marktort entstand um 800 und war um 1600 im Besitz der Grafen von Ostfriesland. Interessantes wie die Peldemühle, das Museum „Leben am Meer“ oder der Skulpturenweg gehört zu den Sehenswürdigkeiten von Esens. Nach eine ausgiebigen Rast ging es über Neuharlingersiel bis zum „Blanken Hans“, wie die Nordsee auch genannt wird. Nun waren es noch wenige Kilometer zu unserer Unterkunft in Harlesiel.

Sehenswürdigkeiten:

Stiftsmühle Aurich

Sie ist die höchste zu besichtigende historische Windmühle Deutschlands. Das macht die Stiftsmühle zu einem weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt Aurich. 

Rund 160 Jahre ist die alte Dame alt, sie misst fast 30 Meter und der fünfstöckige Unterbau wurde aus über 200.000 Ziegelsteinen gemauert. Die Stiftsmühle ist eine von fünf ehemaligen Auricher Stadtmühlen.

Von der Galerie genießen Sie bei einer Besichtigung den wunderschönen Ausblick über die Stadt. Auf dem Weg durch die fünf Stockwerke erleben Sie in einer Ausstellung die traditionsreiche Geschichte der ostfriesischen Mühlen. Außerdem erfahren Sie alles Wissenswerte über den Weg vom Korn zum Brot.

Die Stiftsmühle ist voll funktionstüchtig. An besonderen Tagen können Sie beobachten, wie mit Windkraft Korn zu Mehl gemahlen wurde. Beim Knarren der hölzernen Kammräder und Gnurren der Mühlsteine kann man die faszinierende alte Mühltechnik hautnah spüren. In der Saison 2020 stehen Renovierungsarbeiten an, so dass in diesem Jahr keine drehenden Flügel zu bewundern sind. Doch auch im Stand ist es faszinierend, die alte Technik zu beobachten.     

 

Der Kutterhafen in Neuharlingersiel

Der Hafen ist seit 100 Jahren “mooi´n Stuuv” (die gute Stube) von Neuharlingersiel, jeden Sonntagvormittag in der Saison singen hier Shanty-Chöre aus der Region. Sonst sitzt man einfach beim Ostfriesentee oder einem friesisch herben Bier, klönt und guckt: Wie geschickt beispielsweise die Kutter im Hafenbecken einparken. Und wie fix die Krabbenfischer das Deck schrubben, Netze flicken, Maschinen reparieren und Bordwände ausbessern.

Das Fischerdorf Neuharlingersiel wurde vor über 300 Jahren erstmals urkundlich erwähnt. Seit dieser Zeit hat sich das Bild des Hafens stetig gewandelt. Aber er ist und bleibt, was er immer war: das Herzstück Neuharlingersiels und Fenster zum Meer. Seine idyllische Atmosphäre lädt zum Klönen und Verweilen ein. Lassen Sie sich verwöhnen mit fangfrischem Fisch, musikalischen Highlights oder machen Sie eine Schifffahrt.

 


4. Unterkunft: Hotel An't Yachthaven (Harlesiel)

In diesem Hotel garni mit Blick auf den Yachthafen von Harlesiel steht morgens ein reichhaltiges Frühstücksbuffet für Sie bereit. Sie wohnen zentral in Harlesiel, 5 Gehminuten von der Nordseeküste entfernt.

Die hellen Zimmer im 2018 renovierten An't Yachthaven sind mit Möbeln im klassischen Stil eingerichtet. Alle Zimmer erwarten Sie mit einem Flachbild-TV und einem modernen Bad mit einem Haartrockner.

Morgens steht im Speisezimmer mit malerischem Blick auf den Yachthafen ein herzhaftes Frühstücksbuffet für Sie bereit. Bei schönem Wetter können Sie auch auf der Terrasse an der Promenade speisen.

Den Flugplatz Inselflieger sowie den Fährhafen erreichen Sie bereits nach einem 10-minütigen Spaziergang. Von dort können Sie auch an spannenden Tagesausflügen zur Nordseeinsel Wangerooge teilnehmen.

Die 32 km von diesem Hotel garni entfernte Autobahn A29 bietet Ihnen eine Anbindung an die 140 km entfernte Stadt Bremen.

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Freitag, der 25.09.2020 • 15 km • 20 hm

Weisheit des Tages:

"Schietwetter" fängt bei Windstärke 12 an.

 

Heute war ein Ruhetag angesagt. Angedacht war, dass wir mit einem Schiff auf eine Insel übersetzen wollten. Aber „Corona“ machte uns ein Strich durch die Rechnung. Die Schiffe fuhren einen Sonderfahrplan, der uns nicht in unserer Planung passte. Also erkundeten wir zu Fuß, Harlesiel und die nähere Umgebung.

 

3 Häfen - im Ortskern von Carolinensiel-Harlesiel befindet sich der historische Museumshafen mit seinen Plattbodenschiffen und kleinen Seglern. Über die Harle ist er verbunden mit dem Yachthafen, wo Motorboote und Segelyachten ihr Zuhause gefunden haben. Gleich hinter der Schöpfwerksschleuse findet man den Außenhafen, Ausgangspunkt der Fähren nach Wangerooge oder für Ausflugsfahrten in das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer.

2 Orte - Zwischen den drei Häfen verläuft die etwa 2 Kilometer lange Promenade, die zum Flanieren entlang der Harle einlädt und Carolinensiel mit Harlesiel verbindet. Hier laden auch viele Sitzmöglichkeiten zum Relaxen und Restaurants und Cafés laden zum Verweilen ein. Oder Sie nehmen einfach den einzigen Raddampfer Ostfrieslands, die Concordia II, und beobachten das Treiben vom Wasser aus.

Sehenswürdigkeiten:

UNESCO Weltkulturerbe Wattenmeer

Das Wattenmeer bildet das größte Wattsystem der Welt.

Es erstreckt sich entlang der dänischen, deutschen und niederländischen Nordseeküste. 

Aufgrund seiner global herausragenden geologischen und ökologischen Bedeutung wurde das Wattenmeer in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es eine derart dynamische, unter dem Einfluss von Gezeiten und Wind geformte Landschaft mit einer solchen Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume. Das Wattenmeer ist unverzichtbar für den Erhalt der weltweiten Artenvielfalt. 

Im Rahmen der Trilateralen Wattenmeerzusammenarbeit übernehmen Dänemark, Deutschland und die Niederlande gemeinsam die Verantwortung dafür, dieses unersetzliche Ökosystem zum Wohle der heutigen und zukünftigen Generationen zu erhalten. 

In Carolinensiel-Harlesiel bieten das Wattwanderzentrum Ostfriesland und das Nationalpark-Haus verschiedene Veranstaltungen, wie Wattwanderungen, Führungen und Vorträge an. 

 

"Museumshafen" Carolinensil

Früher lag Carolinensiel direkt am Meer. Davon zeugt noch heute der Museumshafen im Ortskern.

Zu seiner Blütezeit im 18. und 19. Jahrhundert war er der zweitgrößte ostfriesische Siel- und Handelshafen. Heute ist er mit den hier vor Anker liegenden traditionellen Plattboden-Seglern und dem historischen Gebäudeensemble des Deutschen Sielhafenmuseums ein Ort mit besonderem Charme und maritimem Flair.

Zahlreiche Cafés und Restaurants laden - mit Blick auf den Museumshafen - zum Genießen & Verweilen ein. 

 



Samstag, der 26.09.2020 • 90 km • 140 hm

Weisheit des Tages:

Gegenwind formt den Charakter

 

Von Harlesiel kommend, wir folgten den Nordseeküstenradweg, erreichten wir das 1730 gegründete Fischerdorf Carolinensiel. Als erstes sahen wir den Hafen, wo die Fischerboote mit ihrem Fang aus Krabben, Muscheln und Plattfisch anlegten, oder den historischen Rettungsbootschuppen sowie die Windmühle, die als Galerieholländer bekannt ist und am Deich steht. Die als einzige auf einem Deich erbaute Kirche gilt die Carolinensieler Deichkirche aus dem Jahr 1776. Weiter führte uns unsere Tour durch Ostfriesland ins Wangerland (Ostfriesische Hinterland). Die nächste Sehenswürdigkeit sahen wir nach einigen Kilometern das ebenso prominente Dorf Ziallerns, ein Wurtendorf südlich von Carolinensiel. Die ersten Siedler trafen nachweislich um das Jahr 100 v. Chr. ein und erbauten – flutbedingt – schon in dieser Zeit ihre Unterkünfte auf künstlich aufgeworfenen Hügeln, die man Wurten nennt. Heute befindet sich im Haus Ziallerns Nr. 7 ein Informationszentrum, in dem eine Ausstellung von der lebhaften Historie des Dorfes erzählt. Von hier verläuft der Nordseeküsten-Radweg auf der ehemaligen Tidebahn Jever-Harle nach Jever. Die Kreisstadt des Landkreises Friesland ist international bekannt für die Biermarke Jever, denn bereits seit 1848 braut man hier jenes Bier, das pro Stunde in etwa 60.000 Flaschen abgefüllt und in alle Welt exportiert wird. Doch auch historische Bauwerke bestimmen das Stadtbild, etwa die gut erhaltenen Wohnhäuser in der Altstadt, das Gasthaus Schwarzer Bär (1562), das Packhaus (1650) oder die ehemalige Löwenapotheke. Von Jever wenden wir uns wieder dem Meer zu und fahren auf der“ Tour de Fries“ Route heraus in Richtung ehemaliger Fliegerhorst Upjever und in die Stadt Schortens. Am Klosterpark - einem Kleinod mit uralten Bäumen und dem Umweltzentrum - vorbei, führt die Route durch den Ortskern der friesischen Kleinstadt Schortens. Nach einigen Kilometern erreichen wir den „Sander See“ der mit seinem Badestrand lockt, während Sande mit dem Slogan „Mitten in Friesland – Leben zwischen Geest und Meer“ wirbt. Gäste genießen die idyllischen Ausblicke auf die grandiose umliegende Landschaft, das pittoreske Ambiente von Sande und sehenswerte Bauten wie Schloss Gödens (1517) oder die St. Magnus-Kirche aus dem 14. Jahrhundert. Entlang der Küste folgten wir dem Nordseeküsten-Radweg ins Nordseebad Dangast, das um 1795 nach englischem Vorbild des Grafen Bentinck angelegt wurde. Durch Dangast führt der „Skulpturenpfad Kunst am Deich“ Halt, der sich rund um den Jadebusen fortsetzt und damit dem Nordseeküsten-Radweg durch die Dörfer folgt. Varel ist das nächste Städtchen, die wir kennen lernen. Begünstigt durch das gemäßigte Klima ist Varel ein beliebter Tagungs- und Ferienort. Die hübsche Innenstadt ist ebenso sehenswert wie das Spijöök-Museum, die imposante Vareler Windmühle oder die kleinste Kneipe von Deutschland, „Up´n Prüfstand“. Weiter geht es nach Nordosten, denn Seefeld steht als Zwischenstopp im Roadbook. An der Friesischen und Niedersächsischen Mühlenstraße gelegen, präsentiert der kleine Ort ebenfalls ein sehenswertes historisches Kleinod: die Seefelder Mühle zählt zu den letzten noch bestehenden Galerieholländerwindmühlen des Landkreises und beherbergt – nach liebevoller Restauration – das viel besuchte Kultur- und Veranstaltungszentrum. Durch die Wesermarsch radelnd erreichen wir auf der Friesischen Mühlenstraße noch kurz vor unserem Etappenziel in Norderham die Moorseer Mühle.

Es ist der letzte voll funktionsfähige Galerieholländer im Landkreis Wesermarsch in Niedersachsen. Seit 1978 wurden die Moorseer Mühle und der dazugehörige Wirtschaftsbetrieb zu einem Museum umgewandelt und stetig weiterentwickelt. Das heutige Museum Moorseer Mühle präsentiert das größte im Originalzustand erhaltene und museal erschlossene Mühlenensemble in Nordwestdeutschland. Kurz danach waren wir am Hotel in Nordenham.

Sehenswürdigkeiten:

Wurtdorf Ziallerns im Wangerland

Ziallerns – ein Hügel für ca 40 Leute

Über das kleine Dorf Ziallerns ist schon viel geschrieben worden, manch einer hat schon einmal den Namen Ziallerns gehört oder das Verkehrsschild an der Straße von Jever nach Carolinensiel flüchtig wahrgenommen. Nicht wenige werden auch schon einmal den Weg zum Dorf selbst gefunden haben und dann nach kurzer Zeit wegen mangelnder Informationen das Dorf wieder verlassen haben. Von 1990 bis 2013 bestand in Haus Nummer 7 eine Informationsausstellung, die aber in der Amtszeit von Bürgermeister Harald Hinrichs geschlossen wurde. Frau Gerlinde Janssen hat das Haus jahrelang liebevoll betreut. Das Haus wurde mittlerweile verkauft.

Was ist eine Wurt, was ist ein Wurtendorf

Eine Wurt ist ein künstlich aufgeschichteter Wohnhügel in der Marsch.

Auf Ostfrieslands Altmarschgebieten finden Sie viele Wurtendörfer. Vorgeschichtliche Flachsiedlungen wurden mit dem Ansteigen des Meeresspiegels  seit etwa Christ Geburt schichtweise mit Marschenklei aufgehöht und flächenmäßig vergrößert. Das teilweise unter NN liegende Umland blieb weitgehend unbesiedelt.

 

Die Stadt Jever

Die Stadt Jever wird auch heute noch durch die historische Altstadt geprägt. Neben den zahlreichen Sehenswürdigkeiten sind es die engen Gassen und die mittelalterliche Baustruktur, die den Charme unserer Stadt ausmachen und schon allein durch die äußere Umgebung ein selbstverständliches Wohlgefühl entstehen lassen.

Unsere Museen und sonstigen Einrichtungen bieten mit Theater, Konzerten, Lesungen und vielem mehr ein vielseitiges kulturelles Angebot. Freibad, Jugendhaus und Skateranlage stehen den Jugendlichen für ihre Aktivitäten zur Verfügung. Darüber hinaus können sich unsere Bürgerinnen und Bürger in mehr als einhundertdreißig Vereinen sportlich betätigen, ihre persönlichen Hobbys pflegen oder sich sozial engagieren. Sowohl in der Stadt als auch am Stadtrand laden die Grünanlagen zu Spaziergängen und Radtouren ein, sodass Jever auch demjenigen etwas zu bieten hat, der bei uns Erholung sucht.

 


4. Unterkunft: Hotel am Markt (Nordenham)

Dieses Privathotel bietet eine Tiefgarage. Sie wohnen in Nordenham, nur wenige Schritte vom Marktplatz entfernt. Den Bahnhof Nordenham erreichen Sie nach 5 Gehminuten.

Die Zimmer im Hotel Am Markt sind geräumig und verfügen über ein modernes Design. Bei Anreise erhalten Sie eine kostenlose Flasche Mineralwasser.

WLAN steht Ihnen in den öffentlichen Bereichen des Hotels zur Verfügung.

Das Restaurant und Bistro Am Markt serviert Ihnen eine Auswahl an qualitativ hochwertigen Gerichten. Genießen Sie Ihre Speisen und Getränke im Wintergarten oder auf der beheizten Terrasse.

Das Weserufer erreichen Sie vom Hotel Am Markt aus nach 10 Gehminuten. Bremerhaven liegt 11 km entfernt.  [ Hier geht´s zur Homepage ]


Sonntag, der 27.09.2020 • 30 km • 80 hm

Weisheit des Tages:

Watt mutt, datt mutt - Soll heißen: einfach hinnehmen, einfach machen - wird schon!

 

Heute war der 2.Ruhetag auf unserer Tour durch Ostfriesland. Zu Fuß erkundeten wir Nordenham. Es empfiehlt sich ein Abstecher in die Fußgängerzone zu machen, in der man sicher einem Ochsen begegnen wird. Die Verbindung der Stadt mit dem Tier geht auf den Ochsenpier zurück, von dem aus Mitte des 19. Jahrhunderts Ochsen nach London verschifft wurden und somit der ländlichen Region zu wirtschaftlichem Aufschwung verhalfen. Damals ahnte niemand etwas von den weltweit agierender Unternehmen, die heute den Stadtnordens prägen. Nachdem wir auf unsere Räder gestiegen waren, ging es auf dem Weserradweg nach Bremerhaven. Vom Ortsteil Blexen aus, das wir nach ca. 10 km erreichten, ging´s mit der Fähre auf die andere Weserseite und mitten hinein in die Seestadt Bremerhaven. Von der Anlegestelle führt die Route entlang der Geestemündung, einem historischen Stadtteil in dem sich früher die Werften aneinanderreihten. Das sanierte Wencke-Dock ist noch Zeugnis dieser Zeit und dazu das älteste erhaltene Trockendock Deutschlands. Weiter ging es vorbei am Historischen Museum und dem im Jugendstil gebauten Stadttheater. Das Weser-Strandbad direkt vorm Deich bietet sich für eine kurze Rast an. Entlang der Deichpromenade fuhren wir weiter in Richtung Havenwelten Bremerhaven. Hier erzählt das Deutsche Schifffahrtsmuseum von Weltmeeren und Ozeanriesen. Im Museumshafen liegt das Restaurantschiff "Seute Deern" und das Technikmuseum U-Boot "Wilhelm Bauer". Nur einen Steinwurf entfernt befindet sich auch das Klimahaus Bremerhaven 8° Ost. Das interaktive Museum entführt Besucher auf eine Reise entlang des achten Längengrades, einmal um die Erdkugel. Gleich daneben steht das 2007 als "European Museum of the Year" ausgezeichnete Auswandererhaus. Neben den neugotischen Simon-Loschen-Leuchtturm fällt der Blick auf den Zoo am Meer. Hier lassen sich Eisbären und Pinguine durch Unterwasserscheiben beobachten. Leider schlug „Corona“ auch hier zu, wir konnten das Auswandermuseum leider nicht besuchen, weil der Andrang zu groß und dadurch die Wartezeit unser Zeitlimit überschritt. Wir fuhren noch durch die Fußgängerzone (War für Fahrräder freigegeben!) zurück zum Fähranleger. Am späten Nachmittag hatten wir unser Hotel wieder erreicht.


Montag, der 28.09.2020 • 72 km • 136 hm

Weisheit des Tages:

Nirgends strahlt der Himmel so schön grau wie in Norddeutschland!

 

Heute ist unser letzter Tag auf dieser Tour. Es hatte sich gestern schon angekündigt, dass heute die Sonne nicht so strahlen wollte, wie die letzten Tage. Vom Hotel aus (bei Mieselregen!) radeln wir durch die Wesermarsch auf den Weser-Radweg zur Heimatstadt der weltberühmten Stadtmusikanten nach Bremen. An der Weser entlang fuhren wir nach Rodenkirchen, wo sich ein Blick in die mit Werken des Bildschnitzers Ludwig Münstermann ausgestattete St.-Matthäus-Kirche lohnt. Weiter ging an dem hier schon hoch aufgeschütteten Deich entlang zur Hafenstadt Brake. Hier zeugen Pack- und Handelshäuser von der bedeutenden maritimen Vergangenheit. Die höchsten Siloanlagen Europas prägen das Panorama. Von der Kaje erlebt man hautnah Binnenschiffe und große Frachter. Eine Fähre fährt zur Insel „Harriersand“ mit Badestrand. An der Kaje steht das Wahrzeichen der Stadt, 1846 als optischer Telegraph gebaut und seit 1960 Sitz des Schifffahrtsmuseum Unterweser. In der Fußgängerzone, im 1808 erbauten Haus Borgstede & Becker, erhält man Einblicke in die Schifffahrtsgeschichte der Region, sowie in die erste gesamtdeutsche Marine und deren Befehlshaber Brommy. Nach einigen Kilometern erreichten wir die alte Seefahrerstadt Elsfleth. Die günstige Lage im Weser-Hunte-Dreieck sowie die Nähe zur Nordsee begründen die Verbundenheit Elsfleths zur Seefahrt. Im Haus Elsfleth, einer alten Villa direkt an der Weser, informiert das Schifffahrtsmuseum Unterweser über die maritime Entwicklung. Weiter auf dem Weser-Radweg, fuhren wir über die Huntebrücke. Alternativ zur Huntebrücke kann man über die idyllische Weser-Insel „Elsflether Sand“ radelnd. Die Alternativroute birgt jedoch den Nachteil, dass man am Ende das Huntesperrwerk nutzen muss, welches nur stündlich zu passieren ist. Entlang des Flusses, kamen wir Bremen immer näher. Zwischen Berne, das als nächstes auf unserer Route lag und Lemwerder waltet der Einfluss der Traditionswerften. Wurden hier früher Dielenschiffe und Großsegler gebaut, nehmen die hochmodernen Unternehmen heute Aufträge über Luxusyachten und Spezialschiffe aus aller Welt entgegen. Weiter der Weser flussaufwärts radelnd, das Bild ist hier geprägt von schwarz-bunten Kühen, Lämmern, Pferden, Treckern und Fachwerkhäusern, kamen wir zum Ochtum-Sperrwerk. Es dient dem Hochwasserschutz der hinter dem Sperrwerk liegenden Niederung und damit insbesondere dem Schutz von Teilen von Bremen, wo es während der Sturmflut im Februar 1962 die einzigen Todesopfer im Unterweserraum gab, Delmenhorst und Stuhr. Weiter führte uns die Route am Neustädter Hafen und der Brauerei Beck & Co an die Schachte, Bremens Weserpromenade. Jetzt hatten wir die Hansestadt Bremen erreicht. Am Wahrzeichen der Hansestadt dem zum UNESCO-Welterbe ernannte Rathaus und die Statue des Rolands, der seit 1404 auf dem historischen Marktplatz über Bremen wacht vorbei, erreichten wir den Bahnhof.