Zum ältesten Gerichtsbaum Mitteleuropas "Femeiche" in Erle

Radtour durch den Naturpark "Hohe Mark"

Datum:

Tourenleitung:

Treffpunkt:

Start / Ziel:

StreckenINFO:

Anmeldung unter:

Teilnehmer:

Anreise (Kosten):

 

Hinweis:

Samstag, den 10.06.2023

André Medzech

Mengede BF ● 00:00 Uhr

Borken BF / Brambauer

ca. 95 km ● 529 hm  Einwegstrecke ● Tourenrad

0231 / 876940 bis Dienstag, den 06.06.2023

max. 10 Radler

Bahnfahrt (ca. 15,00 € p. P.)

 

Bitte Verpflegung für den Tag und ein verkehrssicheres Fahrrad mitbringen;

außerdem empfehlen wir das Tragen eines Helmes.



Die "Femeiche"

Bei der Femeiche handelt es sich wohl um die älteste Eiche in Deutschland. Sie steht auf einer kleinen Wiese neben dem alten Pfarrhaus. Seit April 1994 ist die Eiche zu ihrem Schutz mit einem Zaun umgeben. Das Alter der Eiche kann mit 800 bis ran an die 1.000 Jahren veranschlagt werden. Urkundlich nachgewiesen wurde bis zum 16. Jahrhundert unter der Eiche Femegerichte abgehalten. Damit gilt sie als ältester und bekanntester Gerichtsbaum in Mitteleuropa. Gert von Diepenbrock soll 1441 wegen Schöffenmordes unter der Femeiche verfemt (von der Gesellschaft ausgestoßen) worden sein. Der Stamm ist schon seit mehreren Jahrhunderten hohl.

 

https://www.monumentale-eichen.de/nordrhein-westfalen/erle/

Das "Erler Femgericht"

Weitaus bekannter aber ist die in der Nähe der Pfarrkirche stehende Femeiche. Bevor der christliche Glaube auch Erle erreichte, war die Femeiche dem Germanischen Gott des Krieges und der Weisheit, Odin, geweiht. Der Sage nach saßen seine beiden Raben, Hugin und Munin, in der Krone der Eiche, während Gott Odin unter der Eiche als Richter saß. Deswegen wird die Eiche auch Rabenseiche oder auch Ravenseiche genannt.

Unter der Eiche tagte der Freistuhl, das Erler Femgericht, „den vryen Stoel tum Aßenkampe“, welcher am Ende des Mittelalters seine größte Macht ausübte. Von einem Freistuhl, einer großen Steinplatte aus, hielten die freien Grafen mit sechs Schöffen nach Recht Kaiser Karls des Großen Gericht über Schwerverbrechen wie Mord, Raub, Brandstiftung und Meineid; ein Schuldspruch zog stets den Tod am Strang nach sich.

Das Gericht unterstand bis 1335 dem Stuhlherrn von Heiden und war für das Gebiet der Kirchspiele Erle, Raesfeld, Alt-Schermbeck und die nördlich von Lippe liegenden Dorstener Stadtteile Rhade und Holsterhausen zuständig. Im Jahr 1335 verpfändete der Stuhlherr seine Freigrafschaft dem Grafen von Cleve. 1375 war der Burgherr der Burg Raesfeld Inhaber der Freigrafschaft.


Tourbeschreibung

Start der heutigen Tour ist der Bahnhof von Borken. Von hier führt uns der Weg an Wiesen und Feldern vorbei, durch den „Naturpark Hohe Mark“, nach Raesfeld. Dem Schloss Raesfeld wird besucht und anschließend gelangen wir nach einigen Kilometern zu unserem Ausflugsziel zur Femeiche nach Erle. Der als ältester und bekanntester Gerichtsbaum in Mitteleuropa bekannt ist. Danach durchfahren wir das Waldgebiet der Üfter-, Rüster- und Emmelkämper Mark bis hin nach Deuten. Entlang des „Munitionsversorgungszentrum West“ radelnd, gelangen wir in den „Hervester Bruch“, welches auch als „Storchenland“ bezeichnet wird. Aus der Ferne können wir dann die Wasserbüffel bestaunen, während das Heide- und Feuchtgebiet vor den Toren von Dorsten durchfahren wird. Nach einigen Pedalumdrehungen wird die alte Bahntrasse "Haltern-Wesel" erreicht, die wir bis zur ehemaligen Zeche "Auguste Victoria Schacht 8" folgen. Immer noch in Gebiet des „Naturpark Hohe Mark“ fahrend wird der Ort Holtwick erreicht. Nun tauchen wir in das Waldgebiet „Hohemarkenbusch“ ein und erreichen Haltern am See. Die Tour führt uns weiter am Nordufer des Halterner Stausee entlang, an den Borkenbergen vorbei bis hin zum Hullerner Stausee. Nachdem der Ort Hullern durchfahren wird, geht es in das NSG Steveraue und das Zweistromland (zwischen Lippe und Stever). Anschließend führt uns die Route in die Bauernschaft Natrop, unter der „Alten Fahrt“ unter her und in die Bauernschaft Pelkum. Nachdem wir die Rieselfelder von Waltrop durchfahren haben, geht es über den Datteln-Hamm-Kanal nach Waltrop und nach wenigen Kilometern erreichen wir wieder Brambauer.


Sehenswürdigkeiten auf der Tour:

Der "Hervester Bruch"

Das "Storchenland"

im NSG Bachsystem des Wienbachs

In der Heide vor den Toren der Stadt Dorsten im nördlichen Ruhrgebiet lädt ein tiefliegendes Feuchtgebiet mit Bächen, Gräben und Teichen zur Beobachtung einer artenreichen Tierwelt ein. Mehrere Aussichtsplattformen und ein kleiner Aussichtsturm bieten gute Ausblicke auf Weißstorch, Heckrind und viele besondere und selten gewordene Vögel. Das als "Hervester Bruch" bekannte Gebiet ist Teil des großen Naturschutzgebietes rund um den Wienbach, der von Wulfen kommend bei Dorsten in den Hammbach fließt, um kurz darauf in die Lippe zu münden.

 

"Bruch" ist die Bezeichnung für eine feuchte Landschaft mit Sumpfflächen.

Zeche "Auguste Victoria"

Während die Hellweg- und die Emscherzone bereits von der Industrialisierung erfasst waren, wartete Marl noch darauf, mitsamt seinen Kohlevorkommen erweckt zu werden. Ende des 19. Jahrhunderts waren es etwa 20 Bohrgesellschaften, die sich um die Rolle des Prinzen bemühten. Am Ende setzte sich der Düsseldorfer Kaufmann und Kommerzienrat August Stein durch, der zusammen mit dem Ingenieur Julius Schäfer 1897 erfolgreiche Schürfbohrungen im Bezirk Hüls niederbrachte.

Im Jahr darauf wurden die zwei 100-teiligen Gewerkschaften Hansi I und Hansi II zum Grubenfeld Auguste Victoria (AV) konsolidiert. Der Grubenvorstand beschloss den Bau einer Zwillingsschachtanlage mit zwei Doppelschächten.

Burg (Haus) Ostendorf

Haus Ostendorf ist ein ehemals landtagsfähiges Rittergut im Halterner Stadtteil Lippramsdorf, das von 1825 bis 1935 den Grafen von Merveldt auf Schloss Lembeck gehörte. In Wulfen erinnert die Straße „Zum Ostendorfer Kamp“ an die einstige Zugehörigkeit des Kirchspiels Wulfen zu Ostendorf. Die Burg wird urkundlich erstmals erwähnt, als der Ritter Bernhard Bitter und seine Frau Gertrudis de Ostendorp sie 1316 zum Offenhaus für den Bischof von Münster machten. Damit erhielt der Landesherr des Fürstbistums Münster in Krisenzeiten Zutritt zum befestigten früheren Allodialbesitz des Ritters. Ostendorf wurde damit zum Lehnbesitz. 1358 übernahm Johann von Raesfeld die Wasserburg, die und die dazugehörige....